Tennis ist nicht alles

TC Diedenbergen investiert in Anlage, Energie und Soziales

Rund 400 Mitglieder sehnen den 12. April herbei, jenen Sonntag, an dem die Tennissaison in Diedenbergen beginnt. Mit einem kleinen Fest. Mit Ambitionen für eine erfolgreiche Turnierrunde. Mit einem Tag der offenen Tür für jedermann, ob blutiger Anfänger oder perfekter Könner. Rund 400 Mitglieder werden am 12. April eine Anlage vorfinden, in die über die vergangenen Wochen und Monate viel Arbeit gesteckt wurde. Die Wahlheimat für Sportler und Spieler ist. Die integrativ wirken soll und will.

Der Weg ist das Ziel, hieß es zum neuen Jahr. Die Verbindung vom Parkplatz zum Clubhaus lag in Wellen, mancher Fußgänger erkannte Stolperfallen. Die Pflastersteine wurden also angehoben, der Untergrund nivelliert, nun läuft alles, nun laufen alle wieder glatt. Lichte Momente ereilten den Vorstand, weswegen die in die Jahre gekommenen Stehlen am Wegesrand ausgetauscht und durch moderne, energiesparende LED-Leuchten ersetzt werden. Die Kabel liegen schon. Bekanntlich muss ein Ruck durch Deutschland gehen, stattdessen geht ein Riss durchs Clubhaus. Die Wand wird abgedichtet, bei der Gelegenheit die ganze Fassade gleich neu gestrichen.

All das schöne Drumherum hilft, aber nur, wenn die Basis stimmt. Das Geschäftsmodell ist auf Sand gebaut, der mit Füßen getreten wird. Das geht viele Jahre gut, vor allem bei behänder Pflege, doch irgendwann ist Ende im Gelände. Acht Plätze, umgeben von Wald, hat der TC Diedenbergen, zwei sind schon abgetragen und neu angelegt worden, nun ist der dritte dran. Das ist ein finanzielles Mammutprojekt. Der auf solide Finanzen achtende Verein hat deshalb eine Einmalumlage unter den Mitgliedern erhoben und das Glück, einen großzügigen Einzelspender in seinen Reihen zu wissen. Zudem ist er wegen seines ehrenamtlichen Engagements von der Naspa-Stiftung bedacht worden. Weil Tennisplätze nah am Wasser gebaut werden, geht der Umbau der Beregnungsanlage einher, sie ist fortan computergesteuert und berieselt vor allem nachts, auf dass das notwendige Nass im Untergrund effektiver gespeichert werde. Der Wasserverbrauch sinkt signifikant.

Tennis ist nicht alles, aber ohne Tennis ist vieles nichts, der Club strebt nach Zusammenführung. Am Ferienspieltag der Stadt Hofheim ist er dabei, die Schul AG wird in schöner Tradition fortgesetzt, das Programm „Integration durch Sport“ wird es wieder geben, die Jugend organsiert ein Grillfest für Anfang Mai sowie eine WhatsApp-Gruppe für alte Hasen und junge Hüpfer.

So übel scheint das Konzept nicht zu sein. Auf der Jahreshauptversammlung in der vergangenen Woche wurden fünf Jubilare geehrt, die 50 Jahre oder länger Mitglied sind. Sportlich war 2025 eine Saison, die schwerlich zu überbieten sein wird. Aber ausruhen gilt nicht. Herausragend: Die Herren 40 haben das Kunststück fertiggebracht, zum dritten mal in Folge aufzusteigen, das nächste Ziel ist also klar. Die Damen 65 sind Vizemeisterinnen in der Hessenliga geworden. Die Jugendteams melden drei erste Plätze. Der Nachwuchs wird gefordert und gefördert. In der neuen Saison treten sechs Juniorinnen-Teams und sieben Junioren-Teams an. Auf denn, Aufschlag am 12. April.

Holger Appel